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Literaturfest WortWärts



Literaturfest WortWärts 2018WortWärts 2019
16. bis 18. August 2019

Einmal jährlich - erstmals im August 2006 - findet im KUNO das Literaturfest „WortWärts“ statt. Einen ganzen Sommersonntag lang – und bei gutem Wetter unter freiem Himmel – verwandelt sich das Kuno-Gelände in einen literarischen Garten mit Lesungen, Workshops, Musik und Informationen. Auf der Lesebühne präsentieren bekannte wie weniger bekannte Wortkünstler aus Region eine Auswahl ihrer Texte. Dem interessierten Publikum bietet sich dabei die Gelegenheit, literarisch Außergewöhnliches, Erlesenes oder mit frischem Charme Debütierendes zu entdecken. Begleitende Workshops und Foren bieten die Möglichkeit zum kreativen Austausch und Experiment, zur Kontaktaufnahme und Vernetzung. Informationen aus dem Verlagswesen geben Hilfestellung und wertvolle Tipps für den Umgang mit dem literarischen Betrieb.


WortWärts Crossover

WortWärts Workshop

WortWärts Podium

WortWärts Lesebühne




Kartenvorverkauf:

- KUNO, Wurzelbauerstraße 29, 90409 Nürnberg
- Kulturinfo der Stadt Nürnberg, Königstraße 93, 90402 Nürnberg
- NN Ticket-Corner


Online-Kartenvorverkauf:


Logo ReservixFreitag 16. August 2019:
Crossover (St. Egidien

Nürnberg)


Logo ReservixSamstag 17. August 2019:
Podium (Stadtbibliothek Nürnberg)




Logo ReservixSonntag 18. August 2019:
Lesebühne (KUNO)




Literaturfest WortWärts

Zu WortWärts 2019 gibt es ein detailliertes Programmheft, erhältlich ab Ende Juli im KUNO sowie an vielen Auslagestellen im Großraum.

Das Heft steht auch hier zum Download bereit (PDF, 7,6 MB).








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Ort: St. Egidien-Kirche, Wolfgangskapelle,
Egidienplatz 12

WortWärts - Crossover
Freitag 16. August 2019  20.00 Uhr

Konstantin Sacher und Goodbye Loona
Lesung und Konzert
Konstantin SacherKonstantin Sachers Ich-Erzähler, ein junger Mann, führt eine snobistische Oberflächenexistenz. Seine erste Liebe Sarah und deren Tod reißen ihn heraus. Wie lässt es sich weiterleben trotz Verlust und möglicher Schuld? Er träumt von einem Wiedersehen mit Sarah in der Auferstehung. Er hadert, er spricht mit Gott, er sucht Erlösung. Und er sucht den nächsten Fick. Er hat Sex mit jeder Frau, die es will. Zärtlichkeit: Fehlanzeige. Schließlich trifft er eine Frau, die ihm zeigt, dass das Leben mehr zu bieten hat als selbstzerstörerische Orgien. Doch die Liebe zerbricht an seiner Untreue. Wird der Leser ihm Absolution erteilen?

In seinem Roman „Und erlöse mich“ knüpft Konstantin Sacher mit dem aufwühlenden Monolog seines Erzählers gekonnt an die Tradition der Bekenntnisliteratur an. Ein Roman über die Sehnsucht des Menschen, zu wissen, was Welt und Ich im Innersten zusammenhält.

Goodbye LoonaWenn Du tanzen willst vor Freude, und doch die Augen tränen. Dann steht wohl Goodbye Loona auf der Bühne. Wo vor einem Moment zarte Stimmen den sanften Klang eines Klaviers streichelten, bebt im nächsten Augenblick der Raum, wenn die Becken klirren, die Gitarren scheppern und das Publikum einen gemeinsamen Herzschlag im Rhythmus der Musik verspürt. Elemente aus dem Pop, dem Folk und dem Indie verschmelzen mit der Experimentierfreudigkeit der Band zu einem ganz besonderen Genre. Abwechslungsreicher können Geschichten nicht erzählt werden. Fesselnder werden Botschaften nicht übermittelt. Bewegender kann Musik nicht sein.


Goodbye Loona sind: Philipp Kroll, Philipp Stenger, Marina Porfirio


Eintritt: 12 € / 10 €



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Freitag 16. August 2019



Veranstalter: Literaturzentrum Nord, KUNO, in Zusammenarbeit mit der Kulturkirche St. Egidien


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Copyrights Fotos: Katharina Ivanisevic (Konstantin Sacher); Anna Kühnl (Goodbye Loona)





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WortWärts Workshop
Samstag 17. August 2019  10.00 – 13.30 Uhr
Umbrüche und falsche Spuren
Wie man den Leser zu seinem Vergnügen reinlegt
Arwed VogelGut, bestimmte Dinge sind gegenüber dem Leser nicht fair und sollten auch nicht gemacht werden – aber: Zu den richtig spannenden Momenten, die sogar Herzklopfen auslösen können, gehört es, wenn der Leser einsehen muss, dass seine Interpretation des Textes leider falsch war, dass er nicht die richtigen Schlüsse gezogen hat und alles ganz anders ist, als er meint – und dazu muss er noch einsehen, dass er es eigentlich hätte wissen müssen.

Mit nicht mehr und nicht weniger als der Kunst, falsche Spuren zu legen beschäftigen wir uns in Theorie und Praxis. Dazu müssen wir mit den Gedanken des Lesers über das Geschriebene mitdenken und seine Gedanken schreibend zu steuern versuchen. Ein Seminar, nicht nur für Krimi-Autoren.

Anmeldung erbeten bis 16.8., T. 0911-553387, literatur@kultur-nord.org


Begrenzte Teilnehmerzahl


Teilnahmegebühr: 25 €






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Ort: Stadtbibliothek Nürnberg - Lernwelt, Ebene L0,
Gewerbemuseumsplatz 4

WortWärts Podium
Samstag 17. August 2019  19.00 Uhr
Gedrucktes Manna
Religion und Kirche in der Literatur
WortWärts 2019 PodiumSchon die alten Epen und Göttersagen thematisieren den Kontakt der Menschen zum Jenseitigen, seinen Bewohnern und seinen irdischen Vermittlern. Religion und die Unergründlichkeit von Leben und Tod inspirierten Schreibende in allen Epochen der Literaturgeschichte. Sie vermitteln den Lesenden, je nach gesellschaftlichem und geistigem Hintergrund, gedruckte Lebenshilfe, kritische Hinterfragung oder Warnung vor dem Opium fürs Volk.

In der Gegenwartsliteratur scheint die Anzahl der Akteure zuzunehmen, die religiöse Motive in ihren Prosa- und Lyrikwerken verarbeiten. Ist dies ein Zeichen gewachsenen Interesses der Leserschaft an diesen und an existenziellen Thematiken oder zugleich auch Ausdruck irrationaler Hoffnung auf übersinnliche Rettung in Zeiten wachsender Krisen und Bedrohung? Und: Wie viel Kirche verträgt Literatur?

Gäste auf dem Podium
Konstantin Sacher, geboren 1984, evangelischer Theologe, Autor des Romans Und erlöse mich. Wissenschaftlicher Mitarbeiter Systematische Theologie an der Universitat Leipzig, forscht über den Tod als Thema der Religion. Er lebt mit seiner Familie bei Frankfurt am Main.

Stefanie Burkhardt, Religionswissenschaftlerin und Germanistin. Sie ist Dozentin am Lehrstuhl für Religionswissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und promoviert derzeit zum wissenschaftlichen und literarischen Doppelwerk Mircea Eliades.

Thomas Zeitler, Pfarrer der Evang.-Luth. Kirche in Bayern und an St. Egidien in Nürnberg. Er ist mit der Aufgabe betraut, das Kunst- und Kulturprofil der Kirche weiterzuentwickeln. Dabei sucht er Schnittstellen im ästhetisch-spirituellen Crossover zwischen Musik, Wort, Bild und Bewegung und kann seiner Leidenschaft für religiöse Lyrik Raum geben.

Moderation
Reinhard Knodt, Schriftsteller und Philosoph. Er lebt in Berlin und Röthenbach, wo er ein interdisziplinäres Künstlerhaus betreut.

Hinweis: Ursprünglich war Dirk Kruse für die Moderation vorgesehen. Er ist leider kurzfristig verhindert.

Eintritt: 5 €

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Samstag 17. August 2019

Veranstalter:
Literaturzentrum Nord, KUNO, in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Nürnberg / Bildungscampus


Logo Bildungscampus Nürnberg

Copyrights Fotos: Katharina Ivanisevic (Konstantin Sacher). Das Copyright für die anderen Fotos liegt bei den abgebildeten Personen.






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Lesebühne
Sonntag 18. August 2019  12.00-18.00 Uhr
WortWärts 2019
Autoren WortWärts 2019Open-Air-Lesungen und mehr
Das Literaturfest präsentiert mehrfach ausgezeichnete Autor*innen aus der Region und aus der ganzen Republik, sowie die Preisträger*innen des Wettbewerbs um den Fränkischen Preis für junge Literatur - 31. Literaturpreis der Nürnberger Kulturläden.

Open Air, bei schlechtem Wetter im Galeriehaus.


Begleitprogramm

Literaturcafé, Bücherstand der Buchhandlung Weidinger, Literarische Kostbarkeiten, Ausstellung mit Alessandra Brisotto und Christoph Gerling im Galeriehaus Nord.

Zu WortWärts 2019 erscheint ein detailliertes Programmheft, erhältlich ab Ende Juli im KUNO sowie an vielen Auslagestellen im Großraum. Darin und unter www.kultur-nord.org finden Sie auch den Zeitplan des Bühnenprogramms.


Copyrights Fotos: Jürgen Bauer (Gunter Geltinger);Maurizio Gambarini (Christiane Neudecker); Joachim Gern (Verena Rossbacher); Anke Wälischmiller (Daniel Wisser); Uwe Niklas (Poetisches Theater)
; Bettina Keller (Ulrich Woelk)







WortWärts 2019




Programm


12.00 - 12.10 Uhr     Grußwort: Dr. Martin Ecker (Direktor Bildungscampus Nbg.)

12.15 - 12.45 Uhr     Poetisches Theater (Literarische Performance)

12.50 - 13.25 Uhr     Alessandra Brisotto (Lyrik)


13.30 - 14.10 Uhr     Daniel Wisser (Jung und Jung Verlag)


14.15 - 14.55 Uhr     Verena Roßbacher (Kiepenheuer & Witsch Verlag)


15.00 - 15.30 Uhr     Andreas Wickles 
(31. Fränkischer Preis für junge Literatur)

15.45 - 16.25 Uhr     Gunther Geltinger (Suhrkamp Verlag)


16.30 - 17.10 Uhr     Ulrich Woelk (C. H. Beck Verlag)


17.15 - 17.55 Uhr     Christiane Neudecker (Luchterhand Verlag)


Eintritt: 5 €

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Sonntag 18. August 2019







Lesebühne 12.15 - 12.45 Uhr
Poetisches Theater
Literarische Performance
Poetisches TheaterEnsemblemitglieder des Poetischen Theaters präsentieren in einer Szenerie eigene Songs & Scenes & Solos. Katherina Lucas, Jennifer Heep, Michael Lösel und Holger Trautmann spannen einen Bogen vom Schweigen zum Sprechen zum Singen, und vom Träumen zum Sehen zum Wahrnehmen. Ihre metaphorische Arbeit beschäftigt sich mit der Annäherung an die Wirklichkeit.

Copyright Foto: Uwe Niklas



Lesebühne 12.50 - 13.25 Uhr
Alessandra Brisotto
Zwischen Stein und Himmel: Stille
Gedichte in Italienisch und Deutsch
Alessandra BrisottoMetallwolken und Betonvögel, Dudelsäcke und Mohnblumen, Radionachrichten und Sterne – mit surrealistisch anmutenden Wortkombinationen wie diesen erschafft die Lyrikerin Alessandra Brisotto eine Welt aus Assoziationen und Emotionen. Unbelebte Himmelskörper, Steine und Straßen treten in Beziehung zu menschlichen Organen, Träumen und Sehnsüchten. Was anfangs sperrig scheint, mündet in jedem ihrer Gedichte in ein schlüssiges Finale, das nachdenklich, wehmütig oder amüsant sein kann. Alessandra Brisotto bewegt sich in ihren Gedichten gewandt zwischen dem Italienischen, ihrer Muttersprache, und dem Deutschen. Sie findet unverbrauchte Bilder, baut Brücken zwischen einander zunächst fremd scheinenden Begriffen und bahnt Wege in ein neues lyrisches Universum.

Alessandra Brisotto, geboren 1968 in Venezien, ist Schriftstellerin, Kulturschaffende und Sprachlehrerin. Seit 14 Jahren lebt und arbeitet sie in Deutschland. Sie hat Romane, Gedichte, Artikel, Theaterstücke usw. geschrieben. Zurzeit arbeitet sie an einem neuen Lyrikband.

Copyright Foto: Alessandra Brisotto



Lesebühne 13.30 - 14.10 Uhr
Daniel Wisser
Die Königin der Berge
Daniel WisserHerzzerreißend komisch: ein Roman über die schreckliche Schönheit des Lebens und den unmöglichen Versuch, etwas loszulassen, was sich nicht festhalten lässt. Wenn es eine Seele gäbe, würde ich mir dort ein Piercing machen lassen. Robert Turin nimmt kein Blatt vor den Mund. Er ist Trinker, Frauenheld und Rollstuhlfahrer - und alles andere als pflegeleicht. Dabei wäre es so einfach, ihm seinen letzten Wunsch zu erfüllen …

„Einer der wirklich großen Romane der vergangenen Jahre. Es ist der seltene Glücksfall einer tief bewegenden, aufwühlenden Geschichte, die ihre erzähltechnischen Innovationen nicht aus simpler Experimentierfreude, sondern direkt aus der existenziellen Wucht der Situationen erzeugt … Ein von menschlicher wie tierischer Wärme durchglühter Roman über einen Menschen in einem kalt gewordenen, ausweglosen Universum.“ Clemens J. Setz

Daniel Wisser, geboren 1971 in Klagenfurt, lebt als Schriftsteller und Musiker in Wien. Er ist Mitglied des Ersten Wiener Heimorgelorchesters (zuletzt: Die Letten werden die Esten sein) und Autor mehrerer Romane, u.a. Standby, Ein weißer Elefant und 2017 Löwen in der Einöde. Für Königin der Berge erhielt Daniel Wisser 2018 den Österreichischen Buchpreis.


Copyright Foto: Anke Wälischmiller



Lesebühne 14.15 - 14.55 Uhr
Verena Roßbacher
Ich war Diener im Hause Hobbs
Verena Roßbacher„Es war ein schlampiger Tag. Dies ist eine einfache Geschichte.“

Ein Skandal und ein überraschender Todesfall in den besten Kreisen der Zürcher Gesellschaft. Ein junger Diener, der Jahre später zurückblickt und die Bruchstücke der Geschichte neu zusammensetzt. Der dritte Roman von Verena Roßbacher ist ein literarisches Ereignis - voller psychologischer Brillanz, umwerfender Poesie und doppelbödigem Humor.

Es war Christian, der Diener der Zürcher Anwaltsfamilie Hobbs, der den Toten im Gartenpavillon neben der blutbespritzten Chaiselongue fand. Jahre später blickt er zurück und versucht zu verstehen, wie es zu der Katastrophe kommen konnte. Erinnerungen an seine Jugend im österreichischen Feldkirch drängen sich scheinbar zufällig in die Rekonstruktion: Vier genialisch provinzielle Jungs rezitieren am sommerlichen See in sagenhaften Anzügen Zweig und Hesse, haben ihre ganz eigene Theorie zu Frauen mit Locken und das gute Gefühl, dies alles wäre erst der Anfang. Christian erzählt vom Auseinanderdriften der Freunde, von seinen ersten Jahren im Hobbs'schen Haushalt, von verwirrenden nächtlichen Zimmer besuchen, liebevoll inszenierten Familienporträts und dem fatalen Moment, als die einnehmende Hausherrin seinen alten Freunden begegnet. Und während er die Untiefen der eigenen Schuld auslotet, kommt er einem großen Geheimnis auf die Spur.

Ein betörend leichtfüßiger und vertrackt unheimlicher Roman, in dem nichts ist, wie es zunächst scheint.

Verena Roßbacher, geboren 1979 in Bludenz/Vorarlberg, aufgewachsen in Österreich und der Schweiz, studierte einige Semester Philosophie, Germanistik und Theologie in Zürich, dann am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Ich war Diener im Hause Hobbs ist nach ihrem Debüt Verlangen nach Drachen (2009) und Schwätzen und Schlachten (2014) ihr dritter Roman bei Kiepenheuer & Witsch.


Copyright Foto: Joachim Gern



Lesebühne 15.00 - 15.30 Uhr
Andreas Wickles
31. Fränkischer Preis für junge Literatur -
Literaturpreis der Nürnberger Kulturläden

Andreas WicklesIm letzten Jahr erhielt er den Hermann-Kesten-Preis, diesmal gewann er den mit 600 € dotierten 1. Preis: Der 26-jährige Nürnberger Florian Kurz überzeugte die Jury beim 31. Fränkischen Preis für junge Literatur (Literaturpreis der Nürnberger Kulturläden) mit ideenreicher, origineller Lyrik. Mit seinem poetischen Blick für schräge Details entdeckt er im Dichteralltag Götter Shampoo, Kakteenmäuse und eine nackte Oma in Balkonien.

Ebenfalls für Lyrik wurde die 30-jährige Nürnbergerin Alena Vogel mit dem 2. Preis (400€) ausgezeichnet. In Ihrem Gedichtzyklus Zersammlung lotet die Autorin weltfühlig und zerbrechlich die Stille aus und erforscht zugleich Parallelwelten der Liebe.

Jeweils einen 3. Preis (250 €) gab es für den 26-jährigen Andreas Wickles und die 30-jährige Anna Kittelt. Mit sanftem Horror beschreibt der Autor aus Feucht in Kleine Schwester ein abgründiges Familiendrama, während die Nürnberger Autorin in ihrem Text Im Auge des Sturms jene kindliche Angst auslotet, die in der Stille nächtlichen Verlassenseins lauert.


Der Publikumspreis  wurde an die 27-Jährige Nürnbergerin Dorothea Kaiser verliehen. Die Autorin überzeugte die anwesenden Besucher im vollen Saal des Kulturladens Röthenbach mit der gendergerechten Hinterfragung Als das Sandmännchen verschwand.


Die Festrede am 29. Mai 2019 im Kulturladen Röthenbach hielt der Schriftsteller und Kolumnist Leonhard F. Seidl.


Urlaubsbedingt kann von den Hauptpreisträger*innen nur Andreas Wickles an WortWärts 2019 teilnehmen.


Copyright Foto: Ulrich Breuling



Lesebühne 15.45 - 16.25 Uhr
Gunther Geltinger
Benzin
Gunther GeltingerEs ist nicht die erste Reise, die Alexander und Vinz unternehmen, weil ihre Beziehung in eine Krise geraten ist. Der Roadtrip durch Südafrika soll ihnen Klarheit über sie verschaffen, und Vinz, der Schriftsteller, erhofft sich eine Idee für seinen neuen Roman. Vorbei an Straßenmärkten, Chicken Inns und Anhaltern bewegen sie sich durch ein Land, in dem Wohlstand und Armut aufeinanderprallen, Homosexualität als Tabu gilt und in dem sich die beiden Deutschen mit der Gedankenlosigkeit der weißen Touristen konfrontiert sehen. Als sie einen jungen Mann anfahren, zieht sie das immer tiefer in Widersprüche: Einerseits fühlen sie sich dem Fremden verpflichtet und bezahlen ihn, als er sich als Guide anbietet. Andererseits verschärft ihr neuer Begleiter die Spannungen, und vor allem Vinz beschleicht die Sorge um ihre eigene Sicherheit. Als er auf eine Spur für seinen Roman stößt, die nach Simbabwe zu den Victoria-Fällen führt, verlassen alle drei ihre ursprünglich geplanten Wege.

Gunther Geltinger schildert in Benzin so sprachmächtig wie eindringlich, was es heißt, wenn die eigene Welt aus den Fugen gerät. Er buchstabiert die Zerrissenheit seiner Figuren in sechsundzwanzig Kapiteln aus, von A bis Z, und beschwört atmosphärisch dichte Bilder, die sich nach und nach zu einem großen Ganzen fügen – einer Geschichte über Vorurteile und Souveränität, über Vertrauen und Verrat.

Gunther Geltinger, geboren 1974 in Erlenbach am Main, lebt heute in Köln. Er studierte Drehbuch und Dramaturgie an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien und an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Sein Debütroman Mensch Engel erschien 2008 bei Schöffling, sein zweiter Roman Moor 2013 im Suhrkamp Verlag.


Copyright Foto: Jürgen Bauer



Lesebühne 16.30 - 17.10 Uhr
Ulrich Woelk
Der Sommer meiner Mutter
Ulrich WoelkSommer 1969. Während auf den Straßen gegen den Vietnamkrieg protestiert wird, fiebert der elfjährige Tobias am Stadtrand von Köln der ersten Mondlandung entgegen. Zugleich trübt sich die harmonische Ehe seiner Eltern ein. Seine Mutter fühlt sich eingeengt, und als im Nachbarhaus ein linkes, engagiertes Ehepaar einzieht, beschleunigen sich die Dinge.

Tobias' eher konservative Eltern freunden sich mit den neuen Nachbarn an, und deren dreizehnjährige Tochter Rosa eigenwillig und klug, bringt ihm nicht nur Popmusik und Literatur bei, sondern auch Berührungen und Gefühle, die fast so spannend sind wie die Raumfahrt. Auch die Eltern der beiden verbringen viel Zeit miteinander, zwischen den Paaren entwickelt sich eine wechselseitige Anziehung – Wahlverwandtschaften am Rhein. Und während Armstrong und Aldrin sich auf das Betreten des Mondes vorbereiten, erleben Tobias und seine Mutter beide eine erotische Initiation … Ulrich Woelk erzählt von einem Aufbruch, persönlich und politisch, der tragisch endet.

Ulrich Woelk, geboren 1960, studierte Physik und Philosophie in Tübingen. Sein erster Roman Freigang erschien 1990 und wurde mit dem aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet. Woelk lebt als freier Schriftsteller und Dramatiker in Berlin. Seine Romane und Erzählungen sind unter anderem ins Englische, Französische, Chinesische und Polnische übersetzt.

Copyright Foto: Bettina Keller



Lesebühne 17.15 - 17.55 Uhr
Christiane Neudecker
Der Gott der Stadt
Christiane NeudeckerAm Anfang steht der Tod. Jemand versinkt zwischen geborstenen Eisschollen und eine Leiche baumelt von der Decke eines Theaters. Die Todesfälle liegen Jahrzehnte auseinander, doch es ist der gleiche Todestag: der 16. Januar. Im Winter 1912 ertrank Georg Heym beim Schlittschuhlaufen, 1995 werden die Novizen einer elitären Schauspielschule im gerade wiedervereinten Berlin auf sein verrätseltes Faust-Fragment angesetzt. Angestachelt von ihrem Professor verstricken sie sich immer tiefer in den Gedankenlabyrinthen des genialischen Dichters. Der psychologische Druck steigt, Konkurrenz entflammt, Wahn und Wirklichkeit beginnen zu verschwimmen. Dann wird ein Toter auf der Probebühne der Schule gefunden. War es Mord, Selbstmord - oder doch ein Teufelspakt?

Christiane Neudecker, geb. 1974, studierte Theaterregie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und lebt als freie Schriftstellerin und Diplom-Regisseurin in Berlin. Seit 2001 arbeitet sie mit dem Künstlerkollektiv phase7 zusammen, u.a. am Forum Neues Musiktheater, bei den Internationalen Festspielen Bergen oder dem New Vision Arts Festival Hongkong. Für die Deutsche Oper Berlin verfasste sie das Libretto zu Himmelsmechanik - eine Entortung. Christiane Neudecker wurde für ihre Romane und Kurzgeschichten mit zahlreichen Literaturpreisen gewürdigt. Ihr neuer Roman Der Gott der Stadt (2019) wurde bereits im Vorfeld mehrfach ausgezeichnet, die zuletzt erschienene Sommernovelle (2015) erreichte die SPIEGEL-Bestsellerliste und war NDR Buch des Monats.

Copyright Foto: Maurizio Gambarini




Literaturfest WortWärts

Zu WortWärts 2019 gibt es ein detailliertes Programmheft, erhältlich ab Ende Juli im KUNO sowie an vielen Auslagestellen im Großraum.

Das Heft steht auch hier zum Download bereit (PDF, 7,6 MB).