Logo Kulturtreff Nord
Logo Literaturzentrum Nord
Logo Galeriehaus Nord
Literaturfest WortWärts



Literaturfest WortWärts 2018WortWärts 2018
11. und 12. August 2018

Einmal jährlich - erstmals im August 2006 - findet im KUNO das Literaturfest „WortWärts“ statt. Einen ganzen Sommersonntag lang – und bei gutem Wetter unter freiem Himmel – verwandelt sich das Kuno-Gelände in einen literarischen Garten mit Lesungen, Workshops, Musik und Informationen. Auf der Lesebühne präsentieren bekannte wie weniger bekannte Wortkünstler aus Region eine Auswahl ihrer Texte. Dem interessierten Publikum bietet sich dabei die Gelegenheit, literarisch Außergewöhnliches, Erlesenes oder mit frischem Charme Debütierendes zu entdecken. Begleitende Workshops und Foren bieten die Möglichkeit zum kreativen Austausch und Experiment, zur Kontaktaufnahme und Vernetzung. Informationen aus dem Verlagswesen geben Hilfestellung und wertvolle Tipps für den Umgang mit dem literarischen Betrieb.



WortWärts Workshop

WortWärts Podium

WortWärts Lesebühne




Kartenvorverkauf:

- KUNO, Wurzelbauerstraße 29, 90409 Nürnberg
- Kulturinfo der Stadt Nürnberg, Königstraße 93, 90402 Nürnberg
- NN Ticket-Corner (nur hier Karten mit ZAC-Rabatt erhältlich)


Online-Kartenvorverkauf:

Logo ReservixSamstag 11. August 2018:
Podium (Stadtbibliothek Nürnberg)



Logo ReservixSonntag 12. August 2018:
Lesebühne (KUNO)




WortWärts 2017

Zu WortWärts 2018 gibt es ein detailliertes Programmheft, erhältlich ab Ende Juli im KUNO sowie an vielen Auslagestellen im Großraum.

Das Heft steht auch hier zum Download bereit (PDF, 7,6 MB).









Literaturfest WortWärts Logo

Ort: Literaturzentrum Nord, KUNO,
Wurzelbauerstraße 29, 90409 Nürnberg
Logo Literaturzentrum Nord
WortWärts-Workshop
Samstag 11. August 2018  10.00 - 13.30 Uhr
Neues von der Hexe...
Literarische Konfliktlösungen

Prosa-Schreibwerkstatt mit Arwed Vogel

Arwed VogelWenn alle Not endet, findet eine Geschichte oft ihren Schluss. Es sei denn sie endet tragisch. Aber genau das wollen wir uns an diesem Vormittag anschauen. Wie bringt man Geschichten zu einem interessanten Ende? Wie löst man Konflikte auf, die unauflösbar scheinen. Welche Lösungen eignen sich für welche Figurenkonstellationen? Dazu lässt sich einiges sagen. Dann greifen wir auf klassische Beispiele wie Märchen zurück, um sie in einer Übung zu einem neuen ungewohnten, ernsten oder humorvoll-parodistischen, auf jeden Fall anderen, aber ebenso erzähllogisch richtigen Schluss zu führen.

Teilnahmegebühr 25 €


Anmeldung erbeten bis 10.8. im Literaturzentrum Nord, KUNO, Wurzelbauerstraße 29, 90409 Nürnberg, Tel. 0911-553387, info@kultur-nord.org

Begrenzte Teilnehmerzahl!








Wortwärts Logo

Ort: Stadtbibliothek Nürnberg - Lernwelt, Ebene L0,
Gewerbemuseumsplatz 4

Logo Literaturzentrum Nord
Wortwärts Podium
Samstag 11. August 2018  19.00 Uhr
Qualverwandtschaften
Familienbande in der Literatur
WortWärts 2018 PodiumDer familiäre Drang zur ungeliebten Zweckheirat, die Enterbung als Quittung für die nicht standesgemäße Beziehung – allein der Blick in Thomas Manns Buddenbrooks-Universum zeugt vom schicksalsgebenden Einfluss familiärer Bande. Der Blick weiter zurück entlarvt letztendlich auch die großen Helden- und Göttersagen als Epochen und Leben verändernde Generationenromane, und selten nur verharren die beteiligten Familien- und Clanmitglieder in liebevoller, behüteter Traulichkeit.

Die Schilderung von Afrika-Expeditionen und Himalaya-Besteigungen hat spannende literarische Werke hervorgebracht. Doch die wirklich harten Herausforderungen erleben Romanfiguren in der Konfrontation mit Herkunft und Familie. Ob von Geburt gegeben oder verwandt durch eigene Wahl – jede Art von Familienbande nimmt bewusst und unbewusst Einfluss auf die individuelle Existenz. Über Generationen hinweg werden Schicksale geprägt, gefördert und zerstört, wird der Grundstein gelegt zu glücklichen Karrieren ebenso wie zu traumatisch tradierten seelischen Verkrüppelungen.

Für den Erfolg literarisch packender Lebensgeschichten sind diese längst nicht mehr auf den Themenfundus „Große Lübecker Kaufmannsfamilie“ oder „Cosa Nostra“ angewiesen. Aktuelle Erfolgstitel wie die Neapolitanische Saga von Elena Ferrante beweisen die literarische Wirkkraft „gewöhnlicher“, zunächst unscheinbarer Familiengeschichten. Allen Werken gemein ist das fatale, unausweichliche Wirken familiärer Bande. Zumindest aber auf die selbstbestimmte Möglichkeit richtungsweisender Impulse hoffte Erich Kästner, wenn er schreibt: „Dass wir wieder werden wie Kinder, ist eine unerfüllbare Forderung. Aber wir können zu verhüten versuchen, dass die Kinder so werden wie wir.“

Gäste auf dem WortWärts-Podium:
Claudia Tieschky (Autorin, München)
Kristina Jobst (FAU Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturgeschichte)
Benedikt Rüssel (Buchhändler, Nbg.)

Moderation: Dirk Kruse

Veranstalter: Literaturzentrum Nord, KUNO, in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Nürnberg / Bildungscampus


Eintritt: 5,00 €
(ZAC-Rabatt möglich. Rabatt nur am NN-Ticket-Corner erhältlich)



Online-Kartenvorverkauf (Samstag):

Logo Reservix





Wortwärts Logo

Ort: Literaturzentrum Nord, KUNO,
Wurzelbauerstraße 29, 90409 Nürnberg
Logo Literaturzentrum Nord
Wortwärts Lesebühne
Sonntag 12. August 2018  12.00 - 18.00 Uhr
WortWärts 2018
Open-Air Lesungen und mehr

WortWärts 2018, fünf Autoren
WortWärts 2018, 2 Autoren

Das Literaturfest präsentiert mehrfach ausgezeichnete Autorinnen und Autoren aus der Region und aus der ganzen Republik, sowie Ausgezeichnete des Wettbewerbs um den Fränkischen Preis für junge Literatur - 30. Literaturpreis der Nürnberger Kulturläden.

Zu WortWärts 2018 erscheint ein detailliertes Programmheft, erhältlich ab Ende Juli im KUNO sowie an vielen Auslagestellen im Großraum. Darin und unter www.kultur-nord.org finden Sie auch den Zeitplan des Bühnenprogramms.

Begleitprogramm
Literaturcafé, Bücherstand der Buchhandlung Weidinger, Literarische Kostbarkeiten, Präsentation des Fürther Verlags edition promenade, Ausstellung mit Eugen Gomringer, Esther Hagenmaier und Gisela Hoffmann im Galeriehaus Nord.

Bei schlechtem Wetter finden die Lesungen im Galeriehaus statt.


Ebenfalls zum Literaturfest erscheint Wortlaut 24 - Zeitschrift für Literatur in Franken.

Eintritt: 5,00 €
(ZAC-Rabatt möglich. Rabatt nur am NN-Ticket-Corner erhältlich)



Online-Kartenvorverkauf (Sonntag):

Logo Reservix


Programm


12.00 - 12.10 Uhr    Grußwort Stadt Nürnberg: Dr. Anja Prölß-Kammerer
12.10 - 12.40 Uhr    Wolfgang Wurm (Stadtlichter Presse)
12.45 - 13.25 Uhr    Sabine Weigand (S. Fischer Verlag)
13.30 - 14.10 Uhr    Thomas de Padova (Hanser Verlag)
14.15 - 14.55 Uhr    Claudia Tieschky (Rowohlt Verlag)
15.00 - 15.35 Uhr    30. Fränkischer Preis für junge Literatur: Anja Gmeinwieser, Kevin Höhn
15.40 - 16.20 Uhr    Margit Schreiner (Schöffling & Co. Verlag)
16.25 - 16.55 Uhr    Sina Pousset (Ullstein Verlag)
17.00 - 17.40 Uhr    Friedrich Ani (Suhrkamp Verlag)


Copyrights Fotos: Heike Steinweg (Ani); Urban Zintel (de Padova); Melanie Hauke (Pousset); Alain Barbero (Schreiner); Stephanie Füssenich (Tieschky); Gaby Gerster (Weigand); Wolfgang Wurm.





Lesebühne 12.10 - 12.40 Uhr
Wolfgang Wurm
Kurzum. 55 pointierte Prosaminiaturen
Wolfgang WurmWas geschieht, wenn ein Lyriker die Bühne der Kürzestgeschichte bespielt und seine Erzählideen auf das Essenzielle verdichtet? Die Kunst der Andeutung lässt Gewohntes in ungewohntem Licht erscheinen, zeichnet das Alltägliche in seiner Absurdität und lässt Zwischenmenschliches in der Ambivalenz von Zärtlichkeit und Abgrund navigieren. Vielsagend in wenigen Worten, oft lakonisch, bisweilen surreal wird vormals Vertrautes verrückt, stürzen Begegnungen unversehens ins Bodenlose, lieben eigenwillige Existenzen aneinander vorbei.
In 55 pointierten Prosaminiaturen versammelt Wolfgang Wurm brüchige Beziehungsentwürfe ebenso wie bissige Realsatire, dringt ungeschönt in Tabuzonen vor und stellt vermeintliche Sicherheiten so hintersinnig wie lustvoll in Frage. Kurzum: konzentrierte Lektüre mit Nachhall.

Wolfgang Wurm, geboren1972 in München, seit vielen Jahren in Nürnberg tätig. Zahlreiche Veröffentlichungen in literarischen Zeitschriften und Anthologien; mehrere Auszeichnungen. Fünf Lyrikbände, u.a. Dritter Ort (fza-Verlag, Wien 2008) und Vergewisserung (Wiesenburg Verlag, Schweinfurt 2012). Kurzum. 55 pointierte Prosaminiaturen erschien im Verlag Stadtlichter Presse, Wenzendorf 2018.


Copyright Foto: Wolfgang Wurm




Lesebühne 12.45 - 13.25 Uhr
Sabine Weigand
Die Manufaktur der Düfte
Sabine WeigandSein Vater war noch einfacher Seifensieder, aber der junge Fritz Ribot hat 1880 große Träume. Mit seinen Ideen begründet er ein Imperium, das seine duftenden Luxus-produkte bis nach China exportiert. Rastlos und ehrgeizig erlaubt sich Fritz nur selten, an das Geheimnis um Aleksandra, seine einstige Liebe in Russland, zu denken. Seine Frau Sophie muss sich fragen, ob sie für Fritz je so wichtig sein wird wie die Firma. Im Glanz der Gründerzeit ahnt keiner, dass mit der heraufziehenden Weltkriegsgefahr Fritz‘ Lebenswerk auf dem Spiel steht - und damit alles, wofür die Familie so sehr gekämpft hat.

Das Schicksal einer Familie. Ein tragisches Geheimnis. Ein gefährlicher Traum.


Sabine Weigand lebt in Schwabach. Sie ist Historikerin und arbeitete als Ausstellungsplanerin für Museen. Ihren insgesamt acht historischen Romanen liegen wahre Geschichten zugrunde, bei Die Seelen im Feuer zum Beispiel die Hexenakten von Bamberg. In Helga. Als es noch keine Worte dafür gab dokumentierte sie das außergewöhnliche Schicksal von Helga F. Ihr neuer Roman fußt auf der Geschichte einer Seifenfabrikantenfamilie. Die Manufaktur der Düfte erschien 2018 im Fischer Krüger Verlag.


Copyright Foto: Gaby Gerster




Lesebühne 13.30 - 14.10 Uhr
Thomas de Padova
Nonna
Thomas de PadovaNonna erzählt von einem Dorf am Meer, so abgelegen, dass eine Reise dorthin auch eine Reise in ein vergangenes Zeitalter ist. Von einer alten Frau, einfach und doch wie aus einem Roman, von Italien und seinen Auswanderern. Und von einem Sommer, der alle vergangenen Sommer in sich vereint.

Von Kindesbeinen an verbrachte Thomas de Padova die Sommerferien in einem Dorf in Apulien, Geburtsort seines Vaters, Großvaters und Urgroßvaters - drei Männer, die alle irgendwann ihre Koffer packten und aufbrachen in die Welt. Seine Großmutter dagegen blieb. Jahr für Jahr erwartet sie ihn, still auf einem Stuhl sitzend, im Dunkel ihres Zimmers: eine schweigsame, in Schwarz gekleidete Frau, die ohne Kühlschrank lebt und ihn - er habe doch studiert – fragt, durch welche Pforte Jesus in den Himmel gekommen sei. In der Atmosphäre der Vergangenheit steigen Fragen auf: Warum hat der Großvater seine Frau immer behandelt, als existiere sie nicht? Was hat die beiden vor mehr als einem halben Jahrhundert aneinander gebunden? Diese Geschichte ist eine Schatzkammer: Erfüllt vom hellen Licht der Adria und durchzogen von uralten Geheimnissen, bewahrt sie in knappen, leuchtend klaren Szenen eine ganze Welt in sich auf.


Thomas de Padova, geboren 1965 in Neuwied am Rhein, studierte Physik und Astronomie in Bonn und Bologna. Er war Wissenschaftsredakteur beim Tagesspiegel und arbeitete 2014 als Journalist in Residence am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte. 2015 würdigte sein Buch Allein gegen die Schwerkraft den Pazifisten und Physiker Albert Einstein. Nonna erschien 2018 im Hanser Verlag.


Copyright Foto: Urban Zintel




Lesebühne 14.15 - 14.55 Uhr
Claudia Tieschky
Engele
Claudia Tieschky„Ich erzähle dir ihre Geschichte, sagt sie. Sie spürt den Wunsch nach Gefühllosigkeit, nach Brutalität. Sie wird es so berichten, wie es war.“ In größeren Abständen trifft Lotte ihren Liebhaber. Aus einer Laune heraus beginnt sie eines Tages, ihm von ihrer Großmutter zu erzählen. Sie gerät in eine Erinnerung, die sie lange vor sich selber verborgen hat. Ruth benahm sich in Lottes Kindheit oft exzentrisch und rätselhaft, sie war eine dominante, überschäumend lebenslustige, dann wieder harte Frau. Vor dem Krieg arbeitete Ruth als Krankenschwester in Berlin, sie war emanzipiert und hatte Affären. Es folgt das Familienglück mit dem charismatischen Musiker Siegfried in der süddeutschen Kleinstadt, das in den Fünfzigern jäh zerbricht. Siegfried muss ins Gefängnis - ein Sittlichkeitsdelikt, über das Lotte nie Genaues erfährt. Für Ruth ändert sich alles: Mit kalter Kraft bringt sie ihre Kinder durch, erlebt ihr kleines Wirtschaftswunder, sucht Eskapaden, während Lotte erzählt, begreift sie Ruth immer besser - auch ihre distanzierte Mutter und ihr eigenes Leben, ihre unsteten Lieben.
Ein offenes Geheimnis und nebenher ein deutsches Sittenbild, von drei Frauen und verblüffenden Freiheiten. Inspiriert von ihrer eigenen Familiengeschichte, erzählt Claudia
Tieschky in ihrem Roman dicht, fesselnd und poetisch von einem unbekannten Deutschland.
 

Claudia Tieschky, geboren 1968 in Augsburg, studierte Germanistik und Geschichte und ist seit 2003 Medienredakteurin der Süddeutschen Zeitung. 2016 wurde sie mit dem Bert-Donnepp-Preis, dem Deutschen Preis für Medienpublizistik, ausgezeichnet. Claudia Tieschky lebt in München, Engele ist ihr erster Roman, erschienen im Rowohlt-Verlag 2018.

Copyright Foto: Stephanie Füssenich




Lesebühne 15.00 - 15.35 Uhr
Anja Gmeinwieser und Kevin Höhn
30. Fränkischer Preis für junge Literatur - Literaturpreis der Nürnberger Kulturläden
Anja GmeinwieserEine 29-jährige Nürnbergerin war die einzige Frau unter den Ausgezeichneten und zugleich Gewinnerin des mit 700 € dotierten 1. Preises: Anja Gmeinwieser überzeugte die Jury beim 30. Fränkischen Preis für junge Literatur (Literaturpreis der Nürnberger Kulturläden) mit ihrer ideenreichen, kafkaesken Kurzgeschichte Ganz weit Richtung Rand und dann links. Darin erzählt sie von den merkwürdigen Erlebnissen zweier DHL-Paketboten im verlassenen Irgendwo des Bayerischen Waldes.



Kevin HöhnDie weiteren Preisträger sind der 26-jährige Kevin Höhn aus Puschendorf mit seiner dystopischen Utopie KLIPPA (2. Preis, 500 €) und der 27-jährige Nürnberger Martin Dost mit Rand (I.-III.), drei Skizzen über Menschen am Rande der Gesellschaft (3. Preis, 300 €). Verliehen wurden darüber hinaus ein Publikumspreis an den 30-Jährigen Nürnberger Thomas Breitung und der Hermann-Kesten-Preis an den 25-jährigen Florian Kurz, ebenfalls aus Nürnberg. Beide Preise wurden vom VS, Regionalgruppe Mittelfranken, gestiftet.


Die Festrede zur Preisverleihung am 16. Mai 2018 in der Kulturwerkstatt auf AEG hielt Prof. Dr. Hermann Glaser, ehemaliger Kulturreferent der Stadt Nürnberg, ein Grußwort zum Jubiläum sprach Prof. Dr. Julia Lehner, amtierende Kulturreferentin der Stadt Nürnberg.


Anja Gmeinwieser und Kevin Höhn werden ihre prämierten Texte auf der WortWärts-Lesebühne vorstellen.


Copyright Fotos: Anja Gmeinwieser und KUNO e.V.




Lesebühne 15.40 - 16.20 Uhr
Margit Schreiner
Kein Platz mehr
Margit SchreinerZettel, Tagebücher, Korrespondenzen, Zeitungsartikel, Fotos, Nippes aller Art: „Allein die Dinge, die sich im Laufe eines Lebens ansammeln!“ Gewohnt überspitzt und mit reichlich schwarzem Humor wettert Margit Schreiner über die Fülle, mit der wir uns tagtäglich umgeben. Dabei bleibt niemand verschont: Bruno stapelt Unterlagen in seiner neu hinzugemieteten (um Platz zu schaffen!) Bibliothek, Hans und Maria kaufen zwar nichts Neues, schmeißen aber auch nichts weg, Rudi und Franca leben in einem vollgestellten Schloss am Lago Maggiore und selbst bei Willi auf dem Land wird es eng. Da hilft nur das Aus- und Aufräumen - wenngleich dies noch mehr zutage fördert.

Ein so amüsanter wie treffender Roman über den Mangel an Platz, über Schriftsteller, die wie Messies leben, sowie über die problematische Müllentsorgung in Italien. Am Beispiel Japans geht Margit Schreiner der weltweiten Platzfrage nach, zeigt die irrwitzigen Folgen des Platzmangels und des Lärms auf ganze Gesellschaftsstrukturen. Wer glaubt, dass da nur noch die Flucht in den Himalaya oder den kanadischen Urwald bleibt, irrt sich. Denn ganz gleich, wie man es dreht und wendet: Es gibt keinen Platz mehr.


Margit Schreiner wurde 1953 in Linz geboren, wo sie nach Aufenthalten in Tokio, Paris, Berlin und Italien heute wieder lebt. Seit 1983 ist sie freie Schriftstellerin und erhielt für ihre Bücher zahlreiche Stipendien und Preise, u.a. den Oberösterreichischen Landeskulturpreis und den Österreichischen Würdigungspreis für Literatur. 2015 wurde sie mit dem Johann-Beer-Literaturpreis und dem Heinrich-Gleißner-Preis ausgezeichnet, zuletzt erhielt sie den Anton-Wildgans-Preis (2016). Kein Platz mehr erschien 2018 bei Schöffling & Co und stand im März und April 2018 auf der ORF-Bestenliste.


Copyright Foto: Alain Barbero




Lesebühne 16.25 - 16.55 Uhr
Sina Pousset
Schwimmen
Sina PoussetWer springt, hat zwei Möglichkeiten: schwimmen oder untergehen. Milla und Jan kennen sich seit Kindertagen. In einem heißen Sommer fahren sie gemeinsam mit Jans Freundin Kristina ans Meer. Drei Tage lang schweben sie zwischen Angst, Liebe und Sehnsucht. Bis sich alles bei einem heftigen Gewitter katastrophal entlädt. Jan überlebt nicht. Vier Jahre später sind Milla und die kleine Emma an einem kalten Morgen durch die große Stadt unterwegs. Da findet Milla etwas, das sie an Jan erinnert und stellt sich endlich der Vergangenheit.

Ein Debüt voller zarter Melancholie und berührender Bilder, die einen nicht mehr loslassen; ein Roman über drei junge Menschen an der Sollbruchstelle zwischen Jugend und Er-wachsensein - und über eine ganz besondere Mutter-Tochter-Beziehung.


Sina Pousset, geboren 1989, studierte Literatur- und Kunstwissenschaften in Karlsruhe, Paris und Oxford. Sie schreibt als Journalistin unter anderem für die Süddeutsche Zeitung und Zeit Online. Die Autorin lebt in Berlin. Schwimmen ist ihr erster Roman, erschienen 2017beim Ullstein Verlag.


Copyright Foto: Melanie Hauke




Lesebühne 17.00 - 17.40 Uhr
Friedrich Ani
Nackter Mann, der brennt
Friedrich AniWie aus Opfern Täter werden, in welcher Weise dieser unaufhaltsame, alle Grenzen der Grausamkeit sprengende Prozess abläuft - dies erzählt Friedrich Ani, der Meister des Noir, hochspannend, überraschend und einfühlsam.

Im Alter von vierzehn Jahren flieht ein Junge aus dem süddeutschen Dorf Heiligsheim. Vierzig Jahre später kehrt er als Ludwig „Luggi“ Dragomir zurück: Alkohol, Drogen und alle gegen sich und die anderen ausgefochtenen Kriege in Berlin konnten die Erinnerungen an den Missbrauch seiner Spielkameraden und seiner selbst durch die Honoratioren von Heiligsheim nicht verdrängen. Die Schuldgefühle, seine Freunde nicht beschützt zu haben, treiben ihn an.

Seit seiner Anwesenheit verschwinden gleich mehrere ältere Herren, einige werden tot aufgefunden – ob durch Unfall oder Mord, das versucht Kommissarin Anna Darko herauszufinden. Dabei gerät auch Ludwig ins Visier, weil er ein Verhältnis mit der Ehefrau eines der Vermissten hat – den er als Gefangenen im eigenen Haus malträtiert. Denn in Ludwig Dragomir hat Wut die Oberhand erlangt, und nun „durfte sie brennen“ …

Friedrich Ani, geboren 1959, lebt in München. Er schreibt Romane, Gedichte, Jugendbücher, Hörspiele, Theaterstücke und Drehbücher. Sein Werk wurde mehrfach übersetzt und vielfach prämiert, u. a. mit dem Deutschen Krimi Preis, dem Adolf-Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis. Seine Romane um den Vermisstenfahnder Tabor Süden machten ihn zu einem der bekanntesten deutschsprachigen Kriminalschriftsteller. Friedrich Ani ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und des Internationalen PEN-Clubs. Sein Roman Der namenlose Tag (2015), ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi Preis und dem Stuttgarter Krimipreis, markierte Anis Wechsel zum Suhrkamp Verlag. Nackter Mann, der brennt erschien dort im Dezember 2017.


Copyright Foto: Heike Steinweg





WortWärts 2017

Zu WortWärts 2018 gibt es ein detailliertes Programmheft, erhältlich ab Ende Juli im KUNO sowie an vielen Auslagestellen im Großraum.

Das Heft steht auch hier zum Download bereit (PDF, 7,6 MB).